Der Aufwand steigt, doch der Output bleibt gleich: Trotz großer Anstrengungen der Pharmafirmen ist die Zahl der Zulassung neuer Arzneistoffe immer noch auf demselben Niveau wie vor 50 Jahren. Im Schnitt bringt ein Unternehmen nur eine sogenannte neue molekulare Entität (NME) alle sechs Jahre auf den Markt; die meisten erfolgreichen Firmen liegen bei einem Wirkstoff pro Jahr. Zur Zukunftssicherung seien jedoch zwei oder drei neue Arzneistoffe pro Jahr nötig. Staatliche Regulierung sei nicht schuld, im Gegenteil, sie beflügele sogar die Innovationsfähigkeit der Unternehmen.
Alle bisherigen Strategien der Firmen wie Akquisitionen und Prozessverbesserung genügen jedoch nicht, um neue Substanzen zur Marktreife zu bringen. Überraschenderweise sind die kleineren Firmen am produktivsten, obwohl die größeren mehr für Forschung und Entwicklung ausgeben. Insgesamt steigen die Entwicklungskosten exponentiell. Momentan liegen sie bei 50 Milliarden US-Dollar (etwa 34 Milliarden Euro) pro Jahr. Um aus diesem Dilemma herauszukommen, müsse das Forschungs- und Geschäftsmodell sich radikal ändern, auch wenn die Unternehmen dazu ihren Komfortbereich verlassen müssen; zum Beispiel durch globale Initiativen und offene Projekte, an denen sich Freiwillige beteiligen können.
